Mit Büchern hat alles begonnen. Ich selbst gehöre zur inzwischen größten Gruppe der Zuwanderer nach Österreich, nämlich der aus Deutschland hierher Übersiedelten. Im Sommer 1991 kam ich nach Wien, um eine Ausbildung zum Buchhändler zu beginnen. Gelernt habe ich in der Buchhandlung von Evelyn und Ernst Rosenkranz, damals am Rennweg im dritten Bezirk. Nach der Lehrzeit war ich beschäftigt in verschiedenen kleineren Buchhandlungen, unter anderem auch wieder in meiner Heimatstadt Stuttgart, und danach die längste Zeit, immerhin elf Jahre, bei der Buchhandlung Kuppitsch am Campus im Alten AKH. Zuletzt war ich angestellt beim FRICK in der damals neuen Filiale im Bahnhof Praterstern, die inzwischen auch schon wieder Geschichte ist.

Der Name meiner Buchhandlung hat einen schönen Hintergrund: Es gab in Paris, am Montparnasse (159 bis Boulevard du Montparnasse, 75006 Paris), eine deutschsprachige Buchhandlung mit dem Namen „Erlkönig“, die bis Mitte der Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts verbürgt ist. Viel mehr ist leider nicht darüber zu erfahren, da die 1980er Jahre noch zur sozusagen „digitalen Steinzeit“ gehören und im Internet zu recherchieren also nichts bringt. Mir ist diese Buchhhandlung mit dem originellen Namen erstmals begegnet, als ich vor Jahren in den Tagebüchern und Aufzeichnungen Ernst Jüngers davon gelesen habe. So beginnt die Geschichte des Josefstädter Erlkönig.