Willkommen am "Giftschrank"

Hier empfehlen wir gute und sehr gute Bücher, die man aber wirklich nicht jedem empfehlen kann... Krimis, meistens, und Romane, die zu lesen sich lohnt, die aber nichts sind für schwache Nerven, die an Sensibilitäten rühren oder die aus sonstigen Gründen mit Vorsicht zu genießen sind. Niemand soll sagen können, wir hätten ihn nicht gewarnt!

 

 James Marrison: "Das Mädchen am Fenster"

Bastei Lübbe Taschenbuch, 390 Seiten, € 10,30

Ein Leichenfund in den Cotswolds. Der Tote wurde vor zehn Jahren verdächtigt, etwas mit dem Verschwinden zweier Mädchen zu tun zu haben, doch die Ermittlungen verliefen damals im Sande. Als nun im Haus des Opfers ein Feuer ausbricht, werden die Überreste einer stark verwesten Mädchenleiche freigelegt. Die Polizei glaubt, das Schicksal der verschwundenen Mädchen endlich aufklären zu können, doch die Obduktion erstickt diese Hoffnung im Keim: Die Tote ist deutlich älter. Der Fall wird kompliziert... Ein sehr englischer, dabei auch düsterer Krimi mit einem sehr guten Plot. Am Ende ist alles anders, als es am Anfang schien. Und dass in den schönsten Landschaften die tiefsten Abgründe liegen, wissen Krimileser schon lange...

 

Fiona Barton: "Die Witwe"

Wunderlich Verlag, 420 Seiten, € 17,50

Jean Taylor führt ein ganz normales Leben in einer englischen Kleinstadt: Sie hat ein hübsches Haus und einen netten Ehemann. Glen und sie führen eine gute Ehe. Dann kommt der Tag, der alles ändert: Sie nennen Glen jetzt das Monster. Er soll etwas Unsagbares getan haben. Und Jeans heile Welt zerbricht. Doch das ist schon jahre her... Jetzt liegt Glen auf dem Friedhof, und Jean ist frei. Frei, das Spiel endlich nach eigenen Regeln zu spielen. Jean Taylor wird uns sagen, was sie weiß. Ein perfekt konstruierter psychologischer Spannungsroman, komplexe Charaktere und ein unglaublicher Plot!

 

Sara Gran: "Dope"

Droemer Knaur Verlag, 250 Seiten, € 13,40

New York City, 1950. Josephine (»Joe«) hat es nie leicht gehabt. Ihr Leben war schon verpfuscht, bevor es richtig begann. Eigentlich müsste sie längst tot in irgendeinem Hinterhof liegen, von einer Kugel oder dem Heroin dahingerafft. Doch sie hat noch mal die Kurve gekriegt – und scheint plötzlich das Glück auf ihrer Seite zu haben: Ein wohlhabendes Paar bietet Joe 1000 Dollar; sie soll dessen verschwundene Tochter wiederfinden, die offenbar in die Unterwelt des Big Apple abgedriftet ist. Leicht verdientes Geld, denkt Joe. Aber so leicht ist es nun auch wieder nicht: Freund ist von Feind kaum zu unterscheiden, und nicht jede Falle erkennt man gleich. Ein fantastischer Plot, großartige Figuren, und alle spielen ein falsches Spiel... Neo Noir vom Feinsten!

 

H.P. Lovecraft: "Horror Stories"

  Suhrkamp Taschenbuch, 520 Seiten, € 12,40

H.P. Lovecraft ist der Meister des Horrors, sein Werk ist ein "Schöpfungsmythos" (Michel Houellebecq) phantastischer Literatur, das von Autoren der Zunft nicht nur verehrt, sondern immer wieder weitergeschrieben wurde und wird. Einer der bekanntesten ist Wolfgang Hohlbein, der hier eine persönliche Auswahl von Lovecrafts Erzählungen zusammengestellt hat. Ein Gipfeltreffen der Schauergeschichte."Ich bin der Menschheit und der Welt so überdrüssig, dass mich nichts interessieren kann, wenn es nicht wenigstens zwei Morde pro Seite gibt oder um namenlose Schrecken geht, die aus äußeren Welten kommen." Das war nicht nur H.P. Lovecrafts Credo als Leser, auch als Autor hat er sich an diesen unumstößlichen Grundsatz gehalten. Er schuf die von Ghoulen, Ghasts und Dryaden bevölkerten Traumweltgeschichten und erschuf den Cthulhu-Mythos. Er beeinflusste Meister des Phantastischen wie Neil Gaiman, Wolfgang Hohlbein oder Stephen King und darüber hinaus so unteschiedliche Autoren wie H. C. Artmann (der auch einige der hier versammelten Geschichten ins Deutsche übersetzt hat), Jorge Luis Borges und Michel Houellebecq. Horror Stories versammelt die wichtigsten Geschichten Lovecrafts in einem Band und zeigt, dass sie bis heute nicht an Wirkung eingebüßt haben. Die besten Geschichten von H.P. Lovecraft in einem Band

 

William McIlvanney: "Laidlaw"

Kunstmann Verlag, 300 Seiten, € 20,60

Als die Leiche einer jungen Frau im Kelvingrove Park in Glasgow gefunden wird, beginnt für Detective Jack Laidlaw ein tödlicher Wettlauf mit der Zeit. Denn in dieser Stadt voll harter Männer, mächtiger Gangster und skrupelloser Geschäftemacher ist nicht nur der charismatische Detective auf der Suche nach dem Mörder. Hier will sich keiner die Geschäfte verderben lassen, hier haben die Gangster einen eigenen Begriff von Moral und hier schweigen die Väter und sinnen nach Rache. Und Jack Laidlaw weiß, dass er den Mörder zuerst finden muss, wenn er einen weiteren Mord verhindern will … William McIlvanneys Romane um den legendären Ermittler Jack Laidlaw gelten in Großbritannien schon lange als moderne Klassiker und gehören schlicht zum Besten, was Kriminalliteratur zu bieten hat. Hart und realistisch, dabei aber auch grandios in der psychologisch genauen Schilderung der Figuren bis in die Abgründe der Seele... und zudem noch genial konstruiert, spannend bis zum letzten Satz.

 

William McIlvanney: "Die Suche nach Tony Veitch"

Kunstmann Verlag, 320 Seiten, € 20,60

Laidlaws zweiter Fall! Eck Adamson, ein vagabundierender Trunkenbold, ruft Jack Laidlaw an sein Sterbebett. In seinen letzten kryptischen Worten entdeckt Laidlaw einen Hinweis auf den Mord an einem Gangster und das Verschwinden eines Studenten. Mit der ihm eigenen Dickköpfigkeit kämpft sich Laidlaw durch das Geflecht an Korruption und Gewalt, das Glasgow von ganz oben bis ganz unten durchzieht.

Eine Welt ohne Entkommen, was für die Söhne reicher Eltern genauso gilt wie für arbeitslose Säufer und obdachlose, ewige Studenten...

 

Eric Berg: "Das Nebelhaus"

Blanvalet Taschenbuch Verlag, 410 Seiten, € 10,30

Was geschah in der "Blutnacht von Hiddensee"? Seit Jahren haben die Studienfreunde Timo, Philipp, Yasmin und Leonie sich aus den Augen verloren. Als sie sich im Internet wiederbegegnen, verabreden sie sich für ein Wiedersehen auf Hiddensee. Doch das Treffen endet in einem grauenvollen Verbrechen: In einer stürmischen Septembernacht werden drei Menschen erschossen, eine Frau wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Zwei Jahre nach dem Massaker beginnt die Journalistin Doro Kagel, den Fall neu aufzurollen. Nach und nach kommt sie den tatsächlichen Geschehnissen jener Nacht auf die Spur und bald keimt in ihr ein schrecklicher Verdacht auf... Mörderisch spannend, raffiniert konstruiert bis zum blutigen Ende!

 

 

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